30. Bühnenjubiläum

Am 26.10.2017 habe ich beim Poetry Slam im kunstlerhaus43 in Wiesbaden mein 30. Bühnenjubiläum gefeiert – mit einem Einzug ins Finale. In der ersten Runde habe ich einen neuen Text gelesen („Was denken Pflanzen eigentlich so?“), in der zweiten habe ich zwei kurze Texte zusammengestellt („Als Gott den Plural schuf“ und „Sex Sells“), und im Finale habe ich auf Wunsch des Publikums „Die Kunst des Schreibens“ gebracht. Verdient gewonnen hat aber NichtGanzDichter.

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Poetry Open

Am 21. Oktober fand unter dem Titel „Texte in Wort und Klang“ ein Poetry Open in Rutesheim bei Leonberg statt. In dem gemischten Format, das allen gut gefallen hat, wurde die erste Hälfte des Abends von Janina Michl und mir als Poeten und dem Rapper Amali gestaltet. In der zweiten Hälfte gehörte die Bühne dem Singer & Songwriter Ruben Fritz. Ich habe drei sehr verschiedene Texte gelesen: „Die Kunst des Schreibens“, „Sex Sells“ (in einer neuen, überarbeiteten Fassung) und „Der Fensterputzer“.

Der Urlaubfrosch

Am Anfang war der Ur-Laubfrosch, der eifrig hohle Phrasen drosch
Er klopfte Sprüche, tat sehr wichtig, doch konnte eigentlich nichts richtig
Bis er sich eines Tags besann, daß er sich anders schreiben kann
Als Urlaub-Frosch fortan bekannt, bereist er nun ein jedes Land

Frosch und Kröte

Es heißt, Tiergedichte seien billig oder billigend (scilicet den Tod des Tieres). Das muß aber nicht sein. Es geht auch romantisch …

Es waren einmal Frosch und Kröte, die liebten sich bei Morgenröte

… mit frivolem Kontrapunkt:

Der Frosch war dem Orgasmus nah, als er in Krötes Augen sah

Und weil Tiere ja irgendwie menschlich sind …

Sein Spiegelbild zum ersten Mal, mit Warzen an dem Kopf so kahl

… ist eine fabel-hafte Moral möglich:

Seitdem holt er, wenn morgens munter, sich lieber selber einen runter

Ja, sogar einen altgriechischen Chor kann man einbauen:

Wer masturbiert, der wird bald blind, das weiß auch heute jedes Kind

Der Frosch jedoch hat’s nicht gewußt und wird bald Opfer seiner Lust

Zootiere und ihre Namen

Wann machen die Zoos es einem endlich mal leichter, sich die Namen der Tiere zu merken? Wieso nennen sie die Raubtiere nicht Tigerhard, Löwerner oder Pumanfred? Die Nashörner Rhinozeroswitha und Rhinozeroskar? Die Affen Gorillarissa und Paviandreas? Was ist gegen die Reptiliennamen Schlangela, Krokodilona und Alligatorsten einzuwenden? Ich kann mir gut Kängurudolf, Antilopeter, Giraffelix, Kamelanie, Dromedarius und Tapirma in einem Gehege vorstellen. Auch Bisonja und Elefanton. Ja, klar bei Pumaria denkt man eher an ein Lokal, aber was spricht gegen Schneckhard, Libelletizia, Pottwalter, Taubertram und Rabenjamin?

Oder die Zoos wählen Vor- und Nachnamen: Micha Elch, Mela Nilpferd, Ani Tapir, Son Jaguar, In Gorilla, Jani Nasenbär, Pe Termite, Stef Antilope, Kathari Natter oder Manu Elefant.

Buchhandlungsslam

Am 10.10. fand der 46. Enzgärtenslam bei Buch-Elser in Mühlacker statt, mein erster Slam in einer Buchhandlung. Ein rundum gelungener Abend, an dem ich wieder „Die Kunst des Schreibens“ vorgetragen habe.